trio albtrieb trio
pünklichkeit & anarchie
w.v.wizlsperger


aus da dintn

pc/skrepek und wc/wizlsperger interpretieren H.C. Artmann

LP ©2020 non food factory NFF_1004


Weil 33' Spieldauer ganz gut und recht schön auf eine Langspielplatte (LP) passen, haben wir – Paul Skrepek, Schlagzeug und kompositorischer Muskel und meine Wenigkeit (der Meister) als Vortragender – uns für die doch recht elegante aber auch kostspielige Vinylvariante entschieden. Erhältlich ist die Scheibe (wie früher gern gesagt wurde) per Versand in der non food factory / per Einkauf im krimisalon in der Magdalenenstraße und bei sissysound in der Margaretenstraße.
Auch interessant: h.c.artmann.at

Zwei Hörbeispiele geben wir schon jetzt:

des neiche blagat



fia n dom schak



ofidsjella bressedexd:

Da war zum einen der runde Geburtstag einer lieben Freundin im März 2020, die für Ihre Feierlichkeiten als kleines literarisches Amuse-Gueule Texte aus der 'schwoazzn dintn' mit Schlagzeugbegleitung bei den Herren Skrepek & Wizlsperger bestellt hatte; dann kam aber der Corona-Zusperrdienst und zu der festlichen Uraufführung konnte es bis zum heutigen (1. Febra 2021) Tag nicht kommen, was wiederum die Herren Skrepek & Wizlsperger dazu bewog, unter Einhaltung des gesetzlich vorgeschrieben Mindestabstandes den ganzen vielgeprobten Motschka – weil grad Zeit war! – aufzunehmen, auf Vinyl zu bannen und somit einer möglichen Nachwelt zu erhalten. Inzwischen schrieben wir 2021 auf unsere nicht zu schreibenden Honorarnoten, und just in diesem Jahr würde H.C. Artmann am 12. Juni seinen 100sten Geburtstag feiern. Wir gratulieren aufs Herzlichste!



was aber sagt die fachpresse?


dies:

Ganz weit hinten in den Gehirnwindungen, dort wo das Gedächtnis Schimmel ansetzt, stecken sie noch: die Erinnerungen an mittelmäßige vulgo båcherne Resultate der „Jazz & Lyrik“-Episode der 70er Jahre. Ausnahme: Fritz Pauer mit Wolfgang Bauer und Hans Koller mit H. C. Artmann auf der LP Hirn mit Ei (droschl).
Jetzt reduzieren Vincenz Wizlsperger & Paul Skrepek opulente Versuche von damals aufs Minimum, reißen ganz im Sinn von H. C. Artmann das Fleisch von den Knochen – „nua ka schmoez ned, hob i gsogt“ – bis nur mehr das Gerüst übrigbleibt, das Skelett. Stimme, Schlagzeug, mehr nicht. Und halten so souverän die Balance aus Literatur und (improvisierter) Musik. Herauskommt Poesie, also das höchste der Gefühle!
Besser als aus da dintn wird’s nicht gehen. Perfekte Rezitation in Verbindung mit der so sachdienlichen wie fantasiebegabten Schlagzeugerei. Wizlsperger (wc) vermittelt die sprachliche Brillanz, Skrepek (pc) die perkussive in der Interpretation der bis heute unübertroffenen Dialektgedichte aus (hc) Artmanns med ana schwoazzn dintn aus dem Jahr 1958.
Neunzehnhundertachtundfünzig! Vielleicht wurde wahrscheinlich noch ganz sicher kein bewegenderes Liebesgedicht verfasst als „med an briaf fon mia zu dia“, dicht gefolgt von „waun e jemois“; kein genialeres Sittenbild als in „wo is den da greissla?“. Damit und mit weiteren Perlen nicht genug, kredenzen die zwei Kalksburger Kollegas einen Bonustrack als zusätzliches Geschenk des Hauses: François Villons „balade fon de glanechkeitn“, ins Wienerische übertragen von H. C. Artmann, der heuer übrigens seinen 100er feiern dadad. Fazit: Diese Dichtungsmusik bzw. Musikdichtung, erschienen auf dem feinen Label des feinen Musikers Walther Soyka, ist weder zu kabarettistisch noch zu trocken. Sondern so subversiv wie möglich.
Warte, warte nur ein Weilchen / dann kommt Artmann auch zu dir / mit dem kleinen Hackebeilchen … felix Freistil #95, März 2021

und das:

Eine Trottelei am Cover muss sein, diesmal ist es eine C-Tour: also HC, PC, WC. Im Vortrag wird’s dann seriöser, mit Betonung auf der Endung «er». Die Kollegen Skrepek und Wizlsperger, zwei g’standene Schlitzohren, widmen sich dem Dialekt-Werk des Wortakrobaten H. C. Artmann. Ihre Demonstration benötigt nur zwei Instrumente, Stimme und Schlagzeug.
In der Reduktion liegt die Kraft! Die Tonschöpfungen zu den schrägen Schnabelgedichten stammen von Paul Skrepek. Die Textauswahl, allesamt aus der Artmann-Mundart-Gedichtschwarte med ana schwoazzn dintn, sowie den Vortag hat W. V. Wizlsperger zu verantworten. Kein Ton zu viel, keine Atempause zu wenig, kein Akzent am falschen Platz. Was im Sinne der drei «Cs» so viel heißt wie:
nua ka schmoez ned … reis’s ausse dei heazz dei bluadigs und haus owe iwa a bruknglanda! … daun woat a wäu bis da wida zuagwoxn is, des loch des bluadiche untan schilee.
Nau seawas Gschäft! Wienerisch für Fortgeschrittene in höchster Vollendung!
Mario Lang Augustin 23. Februar 2021



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kienmayergasse
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