trio albtrieb trio
pünklichkeit & anarchie
w.v.wizlsperger


anno snow

©1998 off shore 004 | € 16,00 inkl. versandkosten

componirt, musicirt, poetisirt und mit hilfe eines achtspurgerätes recordirt und melangirt im frühjahr 1998 daheim (zu hause) in wien und wolkersdorf im weinviertel.

Yoshie Maruoka

gesang auf No.12 - der mond über der burgruine



W.V. Wizlsperger

alle texte & musiken.
außer No. 6 - text: joseph von eichendorff
und No. 12 - musik, text: japanese trad.

das verwendete instrumentarium: absordina. achtelgtiarre. gabelschlüssel. glumpert. hammer. harmonium. helikon. elektrokindergitarre. kontrabass. melodica. papiersackerl. percussion. pfeiferln. posaune. schneidbrett (holz). schüsseln. stimme. synttromp. werkzeug. zorbasira.

01 kondolierwalzer

wvw - 8'44''


02 sommersonett

wvw - 5'16''

03 the paperbag

wvw - 1'33''


04 herzlichen dank

wvw - 5'19''

05 die wasserbelebung nach erhard pichler

wvw - 2'15''

06 reiseschuh (in memoriam michael sauer)

text: joseph von eichendorff - 3'12''


07 mechango

wvw - 1'54''

08 i´m a pillow

wvw - 4'52'' official video:



09 eintrachtsjodler

wvw - 1'47''

10 route 69

wvw - 2'50''

11 levko yen

wvw - 2'49''

12 der mond über der burgruine

japanese trad. - 3'11''

13 les derniers herbes de provence

wvw - 5'00''


14 anno snow

wvw - 0'36''


15 schenesqua

wvw - 8'37''



gefälschte hochlandrinder.
eher vereinzelt.

© 2002 off shore 2004-2 | € 16,00 inkl. versandkosten

Yoshie Maruoka

liest Haiku

W.V. Wizlsperger

Alle Texte & Musiken; spielt ziemlich das selbe Grafflwerk wie oben (anno snow).

01 altes tuch

wvw - 3'53''
heute lefkojen / morgen halle oder bonn / wie lange wofür



02 stringtime

wvw - 4'01''
aranzine lieder / im ohr der gelbgerberin / mein atemblut



03 pourchina

wvw - 1'43''
augsburger tanzhaus / parüren von wurstzeug / auf zipfel gemünzt



04 stelzschatten

wvw - 4'06''
schwarzgelber garten / voll ranziger brösel / von liguster und krieg



05 IG ham

wvw - 2'03
wie papier das mit / papier den namen papier / schreibt … nur dichter

06 panopticum

wvw - 4'36''
a. maierne hochzeit / brünftig verschwindelte hasen / im stoppelgeld
b. am traumschiff gezeugt / versinken in reinheit / die inseln meiner lust

07 swingtime

wvw - 2'17''

08 die alte spieluhr

wvw - 1'33''
verbissener sommer / schon blühen die glocken / wie windeln im schnee

09 lovelong

wvw - 4'17''



10 dans la petit bassin

wvw - 2'03''
gezeitenaltar / es reist die verwundung / von silber nach blond

11 die brave tangouhr

wvw - 4'13''
schullandwoche / oder landschulwoche / seelsorge

12 lenz

wvw - 2'37''
a. fersenbrandung / in der gehschuldirektion / scheiterhäufung
b. kika koka kukuruz / zeascht da leina / daun da lutz

13 die fünf beter

wvw - 2'22''

14 neues tuch

wvw - 7'53''



15 brasil ien

wvw - 2'51''

16 auszug der dorfmusik

wvw - 2'51''
getrüffeltes unglück / an verlängerten weilen / zu tode gegart



presse

Verblüffendes vom Kollegium Kalksburg (u.a.) Musiker Wizlsperger. Experimente an scheinbar falsch gestimmten Strings? Das wäre zu kurz gegriffen, denn allerlei Klingklang mehr erschallt. Wizlsperger nimmt sich 53 Minuten Zeit, um beschauliche Soundszenarien zu entwerfen. Schon wieder klingt ein Werk elektronisch, obwohl Wizlsperger hauptsächlich mit analogen Instrumenten arbeitet. Doch ist es eben die Behaglichkeit, die ein Kontrabass verströmen kann und die Magie, die von verfremdeten Blasgeräuschen, perkussiven Kleinoden, Klavierklimpereien, langgezogenenen Streicherstrichen oder einer Melodica ausgeht. Komplett machen die Freude am Hören dann noch ziemlich jenseitige, knapp gestreute Lyrics, die von Yoshie Maruoka mit bezauberndem Akzent gesprochen werden:
verbissener sommer / schon blühen die glocken / wie windeln im schnee
Alfred Pranzl, im skug #54, 15. Juni 2003

das haiku

ist die kürzeste literarisch anerkannte Gedichtform der Welt, es gibt kaum eine Sprache oder ein Land, in dem nicht Haiku geschrieben und gelesen werden, es erregt das Interesse aller Berufsgruppen und Altersstufen zwischen vier und 100 Jahren, es ist die einzige Gedichtform, deren Pflege sich weltweit zahlreiche Gesellschaften widmen, die im Internet mit z.Zt. über 600 Beiträgen aus aller Welt die populärste Lyrikform darstellt, die jährlich tausende von eigens ihr gewidmeten Zeitschriften füllt und zu unzähligen Wettbewerben anstiftet. Das Haiku entstammt der japanischen Literatur und hat sich dort seit dem 9. Jahrhundert aus dem fünfzeiligen Tanka (5/7/5/7/7 Silben) und der populären Renga-Dichtung des 14. Jahrhunderts entwickelt. Der größte japanische Haiku-Dichter Matsuo Bashô gab dem Gedicht im 17. Jahrhundert seine noch heute gebräuchliche anspruchsvolle inhaltliche Prägung und verhalf ihm zu einer ungeahnten Blüte. Für ein Haiku gilt grundsätzlich die Form von drei Zeilen mit je 5/7/5 Silben. Es beschreibt ein Naturerlebnis in einer bestimmten Jahreszeit, wobei diese auch durch ein Jahreszeitenwort (z.B. Knospen für Frühling) angedeutet werden kann. Die Wahrnehmung entwickelt sich in der ersten Zeile, strebt einer Gedankenpause in der Mitte oder am Ende der zweiten Zeile zu ehe es sich der oft überraschenden Lösung in der dritten Zeile zuwendet. Die Gedankenpause kann durch ein Satzzeichen gekennzeichnet sein (z.B. auch Bindestrich) und wird durch ein Schneidewort bedingt. Um der Gefahr reiner Bildbeschreibung oder gedankenlyrischer Kommentare zu entgehen, bedarf es in diesem so kleinen Gedicht einer spürbaren Bewegung. Diese wird erreicht durch den Gebrauch von Verben in der Gegenwartsform und durch die Gestaltung von zwei Polen die in einer gewissen Spannung zueinander stehen (z.B. Eis : Wasser). Das Kurzgedicht erfordert hohe sprachliche Disziplin und einen mittragenden Rhythmus.   Zu vermeiden sind Reime, Worttrennungen über das Zeilenende hin, Fremdwörter und Wortwiederholungen. Der Autor sollte sich selber ganz zurücknehmen, seine Darlegung sollte nur dem Geschehen gelten und keine Meinungsäußerung oder philosophische Schlussfolgerung sein. Nur so erreicht das Gedicht die ihm innewohnende Transzendenz und seine Offenheit zum Ende hin, die es auch dem Leser (Hörer) erlauben, das Erlebnis nachzuvollziehen und mit eigenem Empfinden zu füllen. Margret Buerschaper

gewinnspiel

Wer hat sich da als Einzige nicht verzählt?

1. dass herausspringt / was nie darin war / darauf warten
ernst jandl

2. die kerze verlöscht / wie laut ruft jetzt die grille / im dunklen garten
imma von bodmershof

3. aranzine lieder / im ohr der gelbgerberin / mein atemblut
w.v.wizlsperger